Zu Gast bei der Augsburger Allgemeine

Ein Einblick in meinen Termin bei der Augsburger Allgemeine, plus 8 Übungen, die ich als Personal Trainer in Augsburg jedem Einsteiger empfehle.
Frau mittleren Alters macht zuhause ein Workout um auch ab 40 fit zu bleiben.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Augsburger Allgemeine hat mich als Personal Trainer aus der Region angefragt
  • Der Körper erhält, was er regelmäßig braucht, und baut ab, was ungenutzt bleibt
  • Zwei Routinen, acht Übungen, kein einziges Gerät: eine für den Morgen, eine für den Schreibtisch
  • Regelmäßigkeit schlägt Intensität, gerade in den ersten drei Monaten

Mein ältester Klient ist 86. Sein Ziel war nie eine Zahl auf der Hantelstange, sondern der Weg in den dritten Stock ohne Zwischenstopp auf der Treppe. Dieses Ziel beschreibt meine Arbeit besser als jeder Trainingsplan. Und es ist der Grund, warum es hier um meinen Termin bei der Augsburger Allgemeine geht statt um Sätze und Wiederholungen.

Wie es zum Termin kam

Die Anfrage kam aus der Redaktion der Augsbrger Allgemeine. Für eine Gesundheitsreihe mit mehreren Themen suchte die Redakteurin jemanden aus der Region, der täglich mit Menschen arbeitet, die nach Jahren am Schreibtisch wieder in Bewegung kommen wollen. Genau das ist mein Alltag als Personal Trainer in Gersthofen bei Augsburg.

Wir haben einen Online-Termin vereinbart, aus dem ein gut einstündiges Interview wurde. Die Redakteurin hat mir dabei Fragen rund um den Wiedereinstieg in Bewegung gestellt, und ich konnte direkt aus meiner Praxis antworten.

8 Übungen in zwei Routinen, für den Morgen und für den Schreibtisch
10 Min. dauert die Morgenroutine, die ich fast jedem Einsteiger mitgebe
0 Geräte sind nötig, alles läuft neben dem Bett oder am Schreibtisch

Der eine Satz, auf den ich alles herunterbreche

Ob im Erstgespräch oder in einem kurzen Statement: Am Ende bleibt bei mir immer derselbe Satz übrig. Der Körper erhält, was er regelmäßig braucht, und baut ab, was ungenutzt bleibt. Gebaut ist er für Gehen, Tragen und Klettern. Ein moderner Bürotag verlangt davon nichts. Das Problem liegt also nicht im Alter, sondern in der Differenz zwischen dem, wofür der Körper gebaut ist, und dem, was er täglich zu tun bekommt.

Die gute Nachricht: Das Prinzip gilt in beide Richtungen. Was der Körper regelmäßig zu tun bekommt, baut er auch wieder auf, und zwar in jedem Alter. Wer mit 40 einsteigt, startet mit mehr Substanz. Wer später einsteigt, merkt den Unterschied im Alltag oft schneller. Der beste Beleg dafür ist für mich mein 86-jähriger Klient.

Womit Einsteiger bei mir anfangen

Im Erstgespräch fragt fast niemand nach der besten Methode. Gefragt wird nach der ersten Einheit, die sich wirklich machen lässt. Meine Antwort darauf ist unspektakulär: klein anfangen, regelmäßig bleiben, Technik vor Wiederholungen. Wie das konkret aussieht, zeigen die beiden folgenden Routinen.

Zwei Routinen für den Einstieg

Feste Abläufe ersparen die tägliche Entscheidung. Die beiden Routinen decken den Start in den Tag und die langen Sitzphasen ab. Keine Geräte, kein Umzug ins Wohnzimmer.

Die Morgenroutine für mehr Energie

Je zehn Wiederholungen, eine bis drei Runden je nach Tagesform. Unter zehn Minuten und direkt neben dem Bett machbar.

Illustration einer Person in der Liegestützposition mit gerader Körperlinie von Kopf bis Ferse

10x

Liegestütze/Knieliegestütze

Hände etwa schulterbreit, Ellenbogen zeigen leicht nach hinten statt zur Seite. Der Körper bildet eine Linie von Kopf bis Ferse. Zu schwer? Dann stütze dich an Tischkante, Fensterbank oder Wand ab und arbeite dich mit der Zeit tiefer.

Illustration einer Kniebeuge in der Seitenansicht mit nach hinten geschobener Hüfte

10x

Kniebeugen

Schulterbreiter Stand, Fußspitzen leicht nach außen. Die Hüfte startet die Bewegung nach hinten, nicht das Knie nach vorn. Ferse bleibt am Boden, Knie folgen der Richtung der Fußspitzen. Nur so tief, wie du den Rücken gerade hältst.

Illustration eines Sit-ups in Rückenlage mit aufgestellten Füßen und aufgerolltem Oberkörper

10x

Sit-ups

Rückenlage, Füße aufgestellt. Wirbel für Wirbel aufrollen und mit derselben Kontrolle wieder ablegen. Über die Wirkung entscheidet nicht die Höhe, sondern das Tempo. Zieh dich nicht am Nacken hoch.

Illustration einer stehenden Person bei der Atemübung mit einer Hand auf dem Bauch

2 Min.

Atemübung im Stand

Vier Sekunden einatmen, acht Sekunden ausatmen. Die lange Ausatmung ist der aktive Teil, sie senkt die Anspannung spürbar. So fährt der Körper nach der Belastung wieder herunter und die Einheit endet sauber.

Die Büroroutine für Vielsitzer

Wer den Großteil des Tages am Schreibtisch verbringt, braucht kein Fitnessstudio, sondern Unterbrechungen. Die vier Bewegungen passen zwischen zwei Termine und zielen auf die Strukturen, die beim Sitzen abschalten.

Illustration einer sitzenden Person, die den Oberkörper kontrolliert zur Seite dreht

10x pro Seite

Rotation im Oberkörper

Aufrecht sitzen oder stehen, Hände vor der Brust, Oberkörper langsam drehen und am Ende kurz halten. Das Becken bleibt ruhig, nur der Brustkorb bewegt sich. Die Brustwirbelsäule verliert beim Sitzen genau diese Drehfähigkeit zuerst.

Illustration einer Kniebeuge neben einem Schreibtisch im Büro

10x

Kniebeugen

Dieselbe Ausführung wie am Morgen, nur mit Bürokleidung. Sie lösen die Steifigkeit in Hüfte und Knien, die sich nach zwei Stunden Sitzen aufbaut, und heben nebenbei den Puls.

Illustration einer Hüftbeuge mit geradem Rücken und nach hinten geschobenem Gesäß

10x

Hüftbeuge

Leicht gebeugte Knie, Rücken gerade, Gesäß nach hinten schieben und den Oberkörper nach vorn neigen. Der Weg nach oben kommt aus dem Gesäß, nicht aus dem unteren Rücken. Genau diese Muskulatur schaltet beim Sitzen als Erstes ab.

Illustration einer stehenden Person, die große Schulterkreise nach hinten ausführt

15x

Schulterkreise

Große, langsame Kreise nach hinten, Schulterblätter am Ende bewusst zusammenführen. Anspannung setzt sich bei den meisten Menschen zuerst im Nacken und in den Schultern fest, besonders an Tagen voller Termine.

Worauf du beim Einstieg achten solltest

Der häufigste Fehler beim Wiedereinstieg ist ein zu ambitionierter Start. Darauf folgen Überlastung und Frust. Diese fünf Punkte verhindern das.

  • Klein anfangen: Lieber zwei kurze Einheiten pro Woche über sechs Monate als fünf Einheiten über zwei Wochen.
  • Technik vor Wiederholungen: Acht saubere Kniebeugen bringen mehr als zwanzig schlampige.
  • Beschwerden abklären: Bei akuten oder chronischen Schmerzen vorher ärztlich abklären lassen und das Training entsprechend anpassen.
  • Auf den Körper hören: Muskelkater ist normal, stechender Schmerz nicht. Im Zweifel pausieren.
  • Dranbleiben statt nachholen: Eine ausgefallene Einheit wird nicht verdoppelt, sondern ausgelassen.
Tipp: Starte mit zwei festen Einheiten pro Woche plus zehn Minuten Eigenbewegung an den übrigen Tagen. Genau so arbeite ich mit den meisten Klientinnen und Klienten: zweimal wöchentlich eine Stunde, aufgeteilt in Aufwärmen, Hauptteil und Beweglichkeitsteil. Regelmäßigkeit schlägt Intensität, gerade in den ersten drei Monaten.

Fazit

Nicht das Trainingspensum entscheidet darüber, wie belastbar du in zehn Jahren bist, sondern die Regelmäßigkeit. Funktionelle Kraft, trainiertes Gleichgewicht und ein Alltag mit weniger ununterbrochenem Sitzen reichen aus, um den Unterschied deutlich zu spüren. Das Gehirn kennt dabei nur zwei Antriebe: Schmerz vermeiden oder Freude erleben. Beides liefert Training zuverlässig, und fast nirgends sonst bekommt man so direkt zurück, was man investiert.

Hinweis: Die Übungsillustrationen in diesem Beitrag wurden KI-generiert.

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Bewegung statt Beschwerden: Diese sechs Tipps gibt ein Coach an alle Ü40

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Porträt von Marco Neumann, Personal Trainer und Gründer von HealthMaker, Experte für Fitness und Gesundheit.
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