- Durchgehende Sauberkeit von der Fläche bis zu den Sanitäranlagen
- Über 5.000 Quadratmeter mit guter Lage und großem Parkplatz
- Panatta-Geräte teils wackelig und gewöhnungsbedürftig
- Keine feste Betreuung während des Trainings
Ich habe mir als Trainer ein fremdes Studio von innen angeschaut: das Panther Gym im Riegel-Center in Augsburg. Mein Blick gilt dabei nicht dem Hype, sondern dem, was im Alltag zählt: Erreichbarkeit, Betreuung, Geräte, Hygiene und Atmosphäre. Mein ehrliches Urteil vorweg: groß, sehr sauber und angenehm entspannt, nur beim Gerätegefühl muss man mit den Panatta-Maschinen erst warm werden.
- Durchgehende Sauberkeit von der Trainingsfläche bis zu den Sanitäranlagen
- Freundliches, hilfsbereites Publikum und zuvorkommendes Personal
- Weitläufige Fläche über 5.000 Quadratmeter mit guter Lage und großem Parkplatz
- Moderne Industrial-Atmosphäre mit entspanntem, uneitlem Vibe
- Panatta-Geräte teils wackelig und in der Ausführung gewöhnungsbedürftig
- Enge Metallspinde samt Vorhängeschloss mit Risiko, den Schlüssel zu verlieren
- Saunazugang trotz Zusage am Empfang nicht freigeschaltet
- Mäßiger Wasserdruck und kurze Laufzeit in den Duschen
Erster Eindruck
Ich war Ende August an einem Mittwoch um 19 Uhr da, mitten in den Sommerferien. Das Panther Gym liegt im 2. Obergeschoss des Riegel-Centers, und schon von außen ist die Beschilderung ausführlich und gut sichtbar angebracht. Den Zugang kann man kaum verfehlen. Der Außenbereich wirkt gepflegt, sodass der erste Eindruck stimmig ist, noch bevor man das Studio überhaupt betreten hat.
Anfahrt, Parken und Lage
Die Anfahrt ist sehr einfach, denn direkt vor dem Gebäude liegt eine große Parkfläche mit vielen freien Plätzen. Reservierte Plätze speziell für das Studio habe ich keine erkannt, gebraucht habe ich sie bei dem Angebot aber auch nicht. Das Riegel-Center liegt an einer großen, viel befahrenen Hauptstraße. Praktisch ist, was du hier drumherum findest: Im Center selbst gibt es einen EDEKA und ein paar kleine Geschäfte, um die Ecke liegt eine Tankstelle. Der Döner auf dem Parkplatz hatte bei meinem Besuch leider Urlaub.
Für alle, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, ist die Haltestelle „Augsburg Hammerschmiede P+R“ direkt nebenan. Laut Google fährt man mit der Buslinie 44 vom Königsplatz bis dorthin 14 Minuten. Also durchaus machbar, eine Straßenbahn hält aber nicht in der Nähe.
Empfang und Personal
Vom Eingang sind es noch etwa zwei Minuten Fußweg durch das Center bis zum Studio. An der Theke stand ein junger Mitarbeiter, der gerade in einem Gespräch war, zwei Minuten später war ich an der Reihe und wurde freundlich begrüßt. Ein Probetraining konnte ich unkompliziert und kostenlos direkt am Empfang vereinbaren. Der Check-in war kurz, nach rund fünf Minuten hatte ich eine knappe Einweisung, was sich wo befindet, ein Vorhängeschloss gegen meinen Ausweis und ein Studioband für den Zugang zu den einzelnen Bereichen.
Danach ging es los. Der Saunazugang sollte im Probetraining kostenlos enthalten sein. Eine feste Betreuung während des Trainings gab es nicht, ich war auf der Fläche allein unterwegs.
Umkleide, Spinde und Duschen
Die Umkleide ist sehr groß und geräumig, Sitzbänke sind ausreichend vorhanden, und bei der geringen Fluktuation hatte ich viel Platz für mich. Es gibt zwei Föhne und drei Spiegel direkt in der Umkleide.
Die zahlreichen Metallspinde sind allerdings recht dünn: Eine breite Sporttasche passt hier nur schwer hinein, meinen Rucksack musste ich regelrecht hineinzwirbeln. Sauber war der Spind. Geschlossen wird mit einem Vorhängeschloss, und dabei besteht die Gefahr, den Schlüssel zu verlieren.
Die sechs Duschkabinen haben Trennwände und Sichtschutz und waren alle funktionsfähig, der Duschbereich ist groß, mit Handtuchhaken, Ablage und rutschfestem Boden. Rasieren ist aus hygienischen Gründen untersagt, was ich gut finde. Der Wasserdruck war mäßig und die Laufzeit recht kurz, dafür waren Umkleide und Dusche sehr sauber, ohne Schimmel und mit angenehmem Geruch.
Trainingsfläche
Trainiert wird auf über 5.000 Quadratmetern im kompletten 2. Obergeschoss, dementsprechend sind die Laufwege durchs Gym etwas länger. Das Design ist modern und ansprechend im Industrial Style, überall mit AEV- und Panther-Branding. Angenehm ist der offene Eingang mit freiem Blick von der Theke in das Studio, das wirkt einladend.
Trotz der Größe bleibt alles sehr übersichtlich. Die Fläche teilt sich in einen sehr großen Cardiobereich, einen Gerätebereich, den Freihantelbereich, den Functional-Bereich im Panther Käfig, einen Ladiesbereich und einen Kursraum. Der Milon-Zirkel hat einen separaten Zugang, zu dem ich keinen Zutritt hatte. Am Trainerpoint kannst du Trainingspläne besprechen und erstellen lassen.
Die Böden sind unterschiedlich und nur an den Ecken leicht abgenutzt, defekte Geräte sind mit dem Hinweis auf eine baldige Reparatur beschildert. Die Beleuchtung im Geräte- und Cardiobereich ist angenehm hell, die Belüftung intakt, im Sommer war die Luft entsprechend feucht-warm. Die Musik lief sehr leise im Hintergrund, das Genre war kaum auszumachen. Das WLAN per QR-Code funktioniert.
Geräte und Ausstattung
Der Gerätepark ist komplett und in sehr gutem Zustand, durchgehend vom italienischen Hersteller Panatta mit der Linie Fit Evo. Ehrlich gesagt haben mich die Maschinen aber nicht überzeugt: Die Bewegungsausführung fand ich sehr gewöhnungsbedürftig, etwa an der Ruderzug- und der Brustmaschine. Viele Geräte wirken sehr schlank und dadurch instabil. Die Bizepsmaschine stand nicht stabil und bewegte sich beim Trainieren, an der Butterfly fehlt die obere Rückenlehne, und die Polster an Beinstrecker und Beinbeuger wandern bei der Ausführung mit. Positiv fiel die Widerstandskurve am Beinstrecker auf. Handtuch- oder Flaschenhalter gibt es keine.
Die Cardiogeräte laufen einwandfrei mit großen, intakten Bildschirmen, die Polster tragen alle das bestickte Panther-Logo, die Kabelzugseile sind sauber und ummantelt. Kurzhanteln liegen größtenteils geordnet, einzelne Gewichte fehlten, ein paar Plates waren nicht zurückgeräumt. Powerracks und Multipressen sind vorhanden.
Der grünlich beleuchtete Panther Käfig bietet eine moderne, rustikale und motivierende Atmosphäre mit Rudergerät, Assault Bike, Skirower, Multirack, Boxsäcken, Kettlebells und Battle Ropes, dazu eine Squat- und Lifting-Area mit allerdings nur zwei Langhanteln. Der neue Torfboden ist derzeit noch gesperrt, künftig soll hier auch Hyrox-Training möglich sein.
Auslastung
Zur Besuchszeit war das Studio mit geschätzt 15 bis 20 Prozent sehr gering ausgelastet. Wartezeiten an den Geräten hatte ich keine, und auch bei den anderen Mitgliedern war nichts dergleichen zu sehen. Am Squatrack wurde ich zweimal freundlich gefragt, wie lange ich noch brauche, meine Sätze konnte ich problemlos zu Ende machen. Die Geräte stehen in weitem Abstand zueinander, sodass gar kein Engegefühl aufkommt.
Hygiene und Sauberkeit
Beim Thema Sauberkeit hat das Studio rundum überzeugt. Polster, Sitzflächen, Spiegel und Türgriffe waren sehr sauber, und der Boden im Käfig ist so gepflegt, dass meine weißen Socken nach 30 Minuten Training noch fast weiß waren, ganz ohne Staubmäuse. Desinfektionsspender für Hände und Geräte sind vorhanden, werden aber kaum genutzt, Papierhandtücher liegen bereit. Auf die Handtuchpflicht wird hingewiesen, und die Mitglieder halten sich daran. Die Sanitäranlagen sind super sauber, die Fugen ebenfalls, und weder Abfluss- noch Schweißgeruch oder ein chemischer Überdeckungsgeruch waren wahrnehmbar. Ein Reinigungsplan oder Reinigungspersonal war für mich allerdings nicht ersichtlich.
Atmosphäre und Publikum
Die Stimmung ist sehr locker und das Publikum ausgesprochen freundlich, die Altersspanne reicht von Anfang 20 bis 50 plus, bei rund 70 Prozent Männern und 30 Prozent Frauen. Hardcorepumper habe ich kaum gesehen, beim Trainingsniveau war alles vertreten. Es gibt keine Styleshow, alle trainieren in ganz normalen Sportklamotten, Influencer oder Filmende waren keine da, abgesehen von mir, was vermutlich aufgefallen ist.
Der Geräuschpegel war angenehm ruhig, nur ab und an ein Hantel-Klackern, kaum lautes Atmen oder Stöhnen. Besonders positiv fand ich die Hilfsbereitschaft: Ich wurde zwar allein ins Training geschickt, doch die Thekenkraft, die offensichtlich kein Trainer war, kam immer wieder mit dem Roller vorbei und fragte, ob ich zurechtkomme. Im August läuft eine Aktion mit 30 Tagen für 30 Euro, die sich gut zum Ausprobieren eignet.
Wellness
Das Studio hat einen Wellnessbereich mit Sauna, Solarium und Massageangebot, und ein Platinum-Umkleidebereich lässt sich kostenpflichtig zur Mitgliedschaft dazubuchen. Der Saunazugang hat bei mir am Ende allerdings nicht geklappt, weil mein Band keinen Zutritt freigab, obwohl er mir am Empfang zugesagt worden war. Ich war komplett dafür umgezogen und hatte mich auf die Sauna eingestellt, sie deshalb aber nicht testen können.
Gastro und Extras
Die Gastro befindet sich direkt an der Empfangstheke und bietet Standardgetränke, Kaffee, Shakes und Riegel zu gängigen Preisen. Ein Sitzbereich ist vorhanden, bei meinem Besuch war dort niemand. Der Getränkespender ist kostenfrei mit dabei und funktioniert.
Für wen sich das Panther Gym Augsburg lohnt
Wer ein weitläufiges, ruhiges Studio mit hoher Sauberkeit und freundlichem Publikum sucht, ist hier richtig. Wer beim Gerätegefühl auf bestimmte Marken festgelegt ist oder viele Langhantelstationen braucht, sollte vorher einen Blick auf die Panatta-Maschinen und die Lifting-Area werfen.
- Ideal für Freizeit- und Fortgeschrittene von Anfang 20 bis 50 plus, die viel Platz und Ruhe schätzen
- Passend für alle, die Wert auf Sauberkeit, Atmosphäre und ein freundliches Miteinander legen
- Weniger geeignet für Geräte-Puristen, denen die Ausführung der Panatta-Maschinen nicht liegt
- Eingeschränkt für ambitionierte Kraftsportler, die viele Langhanteln brauchen, in der Lifting-Area stehen nur zwei
Fazit
Das Panther Gym Augsburg ist ein großes, modernes Studio im Industrial Style, das vor allem mit Sauberkeit, Atmosphäre und einem angenehmen Miteinander punktet. Auf über 5.000 Quadratmetern bleibt trotz der Größe alles übersichtlich, die Wege sind weit, aber dafür fühlt man sich in keiner Weise eingeengt.
Getrübt wird das Bild vor allem von den Geräten: Die Panatta-Maschinen sind Geschmackssache und wirkten auf mich teils instabil und gewöhnungsbedürftig. Dazu kamen die engen Spinde und die Sauna, die trotz Zusage verschlossen blieb.
Unterm Strich ist es ein Studio, das mit freundlichem Publikum und zuvorkommendem Personal die ganze Familie zum Trainieren einlädt. Wer ein weitläufiges, ruhiges Studio sucht und beim Gerätegefühl nicht festgelegt ist, wird sich hier wohlfühlen.
Wenn du lieber individuell und ohne Gedränge trainierst, ist begleitetes Training oft der direktere Weg zu Ergebnissen. Mit einem Personal Trainer arbeitest du gezielt an deinen Zielen, oder du startest direkt im Gruppentraining mit maximal fünf Personen und deinem eigenen Trainingsplan.